Normandie - bei Coutances

20. bis 30. Mai 2006

Zu fünft mit fünf Hunden haben wir in der Normandie für 10 Tage ein Ferienhaus gebucht. Eigentlich wollte Bettina mit ihren 2 Nasen auch mitkommen, aber leider ist sie krank geworden und mußte zuhause bleiben.

Samstag, 20. Mai 2006 - Anreise - Ca. 950 km haben wir zu fahren, drum fahren wir um halb fünf los. Es ist unglaublich: schon zuhause ist es ja ziemlich windig, aber je weiter wir nach Wesen kommen, desto schlimmer wird es. In Frankreich kommt der Sturm von vorn und einfach nur heftig. Mit dem Dachgepäck kriegen wir kaum mehr als 120 Sachen drauf, und kurz vorm Ziel muss ich feststellen, dass meine Kiste fast 10 Liter auf 100 km gefressen hat - fast 3 Liter mehr als normal...

Nachdem es auch gut die Hälfte der Fahrt geregnet hat, kommen wir endlich um kurz vor vier am Haus an - und die Sonne scheint! Die anderen sind noch nicht da, und wir inspizieren erst mal Haus und Garten. Das Grundstück ist wirklich traumhaft! Eigentlich ja auch vollständig umzäunt, aber leider eben doch nicht sicher für Ausbrecher-Bob. Erst Aktion also: Drehhaken in den Boden und Bob per Schleppleine angepinnt ;-)

Um fünf kommen die anderen, endlich gibt es auch Kaffee - den wir noch in der Sonne auf der schönen Terasse genießen können.
Anschließend werden die Zimmer verteilt. Alle Schlafzimmer sind im ersten Stock. Da Lupo deswegen sowieso unten schlafen wird, nehmen wir gleich das, wo die Treppe extrem steil ist. Mila schafft auch tatsächlich gut die weitläufigere, die zu Kirstens Zimmer führt.
Später machen wir einen Spaziergang, mal sehen, wo wir hier so sind. Aber wirklich zu sehen gibt es nicht soo viel: es ist halt die typische Heckenlandschaft, mit ihren kleinen von hohen Hecken gesäumten Sträßchen und Hohlwegen, die zu den Feldern führen.

Der Sonntag fängt stürmisch und regnerisch an - und geht eigentlich auch so weiter bis abends. Da wir alle noch ein bisschen ko vom Samstag sind, wird es ein eher ruhiger Tag.
Nachmittags fahren wir mal kurz zum Meer, wollen eigentlich ein bißchen am Strand laufen. Wäre ja auch klasse, keine Menschseele da, aber es stürmt derart, dass man gegen den Wind fast gar nicht ankommt. Die Mäuse finden das offensichtlich auch nicht soo klasse ;-) Ein Stückchen können wir noch in den Dünen laufen, hier ist es besser.
Zurück am Auto müssen wir uns mit einem herrenlosen Hund rumschlagen. Der ist zwar nicht unfreundlich, hindert aber dennoch unsere Nasen erst mal am einsteigen. Abends kommt endlich mal so richtig die Sonne raus, und man kann beim Haus noch mal schön ein Stückchen gehen.
Abends gleitet Bobby auf der ekligen steilen Treppe aus und rutscht fast von ganz oben wieder runter :-( Carsten kann ihn unten auffangen. Zum Glück kriege ich das erst am nächsten Tag erzählt, mir wär bestimmt das Herz stehen geblieben...

Montag - So langsam frage ich mich, ob ich wohl verdrängt habe, daß die Windverhältnisse in früheren Urlauben schon so waren, derartiger Sturm also doch der Normalzustand ist...
Vormittags fahren Carsten und ich - besser ohne Nasen - nach Coutances. Dort findet gerade ein Jazzfestival statt, und derweil man durch die Straßen der schönen Innenstadt läuft, wird man aus dezenten Lautsprechern schon mit Musik berieselt. Schöne Atmoshäre! :-)
Wir shoppen nur ein paar Wanderkarten der Region und fahren wieder heim. Nachmittags wollen wir dann den nächst gelegenen Rundweg laufen. Der ist auch schön, nur leider verpassen wir irgendwo einen Abzweig und laufen irgendwie doch anders und kürzer als geplant ;-) Naja, nicht so schlimm - kurz vor der Rückkehr fängt es eh zu regnen an.
Der Wetterbericht, den wir abends auf arte verfolgen, ist auch nicht vielversprechend: weiterhin Sturm mit Regen, und als Bonus jetzt noch Tageshöchsttemperaturen von 12° - bis jetzt war es wenigstens noch warm... ;-(

Am Dienstagmorgen ist es auch schon merklich kühler. Stehe bei Regen auf, dann zieht ein Gewitter vorbei und danach kommt etwas die Sonne durch. Als Silke und ich vorm Brötchenholen eine Runde drehen, finden wir am Wegesrand und in Gräben Graupel - das sieht aus wie Schnee! Iiiiiih! ;-) Als es anfängt zu schauern, kriegen wir dafür einen riesigen schicken Regenbogen geboten :-)
Ansonsten hat der Wetterbericht für heute aber gelogen: es ist weniger stürmisch, überwiegend sonnig und 13 bis 17 Grad warm. Gegen elf brechen wir auf zu den "Roches de Ham" am Vire-Tal. Der Parkplatz liegt an einem genialen Aussichtspunkt über das Tal. Von dort wandern wir eine Stunde ins Tal und ein Stückchen an der Vire entlang, dann kehren wir um.
Bob läßt mich heut leider mal wieder die Contenance verlieren: von Anfang an zieht er nur, hört auf nix, bellt eine Passantin an. Der Versuch, ihn an einem entgegen kommenden Hund vorbeizufüttern scheitert, weil Toni in unser "Such!-"Spiel eingreift und die Leckerli klaut. Naja, wie meist kriegt er sich wenigstens auf dem Rückweg wieder ein....

Les Roches de Ham


Auf der Heimfahrt machen wir noch einen Umweg zur "Abbaye de Hambye", einer eindrucksvolle Ruine einer Abtei, traumhaft gelegen. Leider kein Zutritt mit Hund... Am Hang führt ein Wanderpfad entlang, den wir noch ein Stück gehen und so wenigstens einen Blick auf das alte Gemäuer erhaschen ;-) So langsam reicht's auch für die Hunde: Lupo legt sich bei der Fotopause hin - das macht er sonst nie! ;-))) Wir machen uns also auf den Heimweg und sind gegen vier wieder zuhause.

Abbaye de Hambye

Nachts um eins wache ich von Lupos Bellen im Erdgeschoss auf. Die Nacht davor hat er geheult wie ein Wolf... Ich wähnte Carsten noch unten und dachte, er führt den anderen vor, wie schön Lupo singen kann - aber er war doch schon im Bett *g* Der Arme muss also wieder runter, bekuschelt seinen Hund ein Weilchen, und danach ist - zumindest bisher - aber Ruhe ;-)

Auch der Mittwoch wird noch weit besser, als der Wetterbericht hoffen ließ :-) Morgens ist es zwar bedeckt und ziemlich kühl, aber wir sind eh nach dem gestrigen Tag nicht sooo eilig mit Aktion. Zum Mittag kommt etwas die Sonne raus, und bei 17° C brechen wir auf zum "Lindbergh plage" bei Portbail. Ein Stück läuft man erst durch eine flache Dünenlandschaft. Marek und Bob finden natürlich auch hier gleich interessante Spuren. Am Strand selbst ist es dann echt klasse: grad ist Ebbe, also riiiesig Fläche, keine Seele außer uns - *endlich* mal Freilauf für Jäger und sonstige schwerhörige Hunde *g*
In den Dünen machen wir noch eine Picknickpause bevor Carsten und ich wieder heim fahren. Gegen halb fünf sind wieder da, die Mäuse sind einfach platt ;-) Sofort suchen sie ihre Lieblingsplätze auf, um auszuruhen. Die anderen kommen erst um halb sieben. Selbst als dann wieder Unruhe aufkommt, heben die beiden nur mal ihre Köpfe. Naja, zumindest solange nicht irgendwo Freßbares ins Spiel kommt ;-)))

 

Donnerstag - Bob hat die Nacht unten bei Lupo verbracht. Er war sooo müde, dass er sein bequemes Plätzchen nicht verlassen wollte. Auch gut, Lupo hat dafür mal nicht gebellt oder geheult in der Nacht.
Der Morgen sieht echt bescheiden aus: grauer Himmel, Dauerregen, Wind und kühl. Mittags hört der Regen auf, und wir fahren zum Château de Gratot. Schon am Parkplatz werden wir von einer Katze empfangen - Bob ist gleich noch mehr aus dem Häuschen als er sowieso schon immer ist.
Ein gemauerter Damm führt über den breiten Burggraben zum Schloß. Schneller als ich gucken kann, will Kamikazebob dort auf die ca. 80 cm hohe Mauer springen (es könnte ja was tolles/jagdbares dahinter sein), die Mauer ist aber nur gut 20 cm breit, und die Pappnase verliert das Gleichgewicht... Alles stoppen mit der Flexi ist zu spät, Bob fällt gut 1,50 m tief in den Burggraben.
Dort paddelt er rum und versucht an der Mauer hochzuklettern statt zu einem flacheren Ufer zu schwimmen, rufen sinnlos. Carsten hängt sich schließlich über die Mauer und zieht ihn erst an der Flexi etwas hoch bis er das Geschirr zu packen kriegt und Bob rausziehen kann.
Nicht, daß mein Hund da was draus lernt! Nein, auf dem Rückweg will er wieder da hoch, und natürlich auf jede andere Mauer... Wir überlegen, daß man ihn eigentlich dauerhaft mit Schwimmweste und Fallschirm ausrüsten müßte... ;-)

Wir fahren weiter nach Regnéville-sur-Mer. Als wir ankommen, ist es rchtig schön hell und mit 17° C auch warm. Der Weg zur Schloßruine führt zunächst sehr schön durch Salzwiesen. Bob habe ich an Carsten abgetreten, weil ich einfach mal Erholung von seiner Zerrerei und Unansprechbarkeit (Dauerzustand) brauche... Lupo ist eine echte Wohltat dagegen, man spürt die Leine gar nicht, außer wenn man selbst reinrennt, weil er mal wieder stumpf stehen bleibt, um irgendwas ausgiebigst zu beschnuppern ;-)))

Regnéville ist ein schöner kleiner Ort, ich liebe diese Häuser und das Licht und alles :-) Früher sind wir gern durch die kleinen Gassen gewandert, haben uns mal eben in ein Café gesetzt. Mit einem Hund, der bei Hunden austickt und ein Problem mit manchen Menschen hat, ist das so nicht mehr möglich. Nicht, daß ich tauschen möchte - aber da wir schon oft in der Normandie waren (so auch hier), fällt mir der Unterschied heute sehr deutlich auf...
Nach einer kleinen Pause bei der Schloßruine laufen wir weiter zum Musée du Littoral et de la Chaux. Hunde können angeleint mit aufs Außengelände, wo man u.a. riesige Kalköfen besichtigen kann. Um fünf snd wir dann wieder bei den Autos. Drei Stunden waren wir jetzt auf Tour, das reicht auch für die Mäuse - und für uns ;-)))

Der Freitag geht auch nicht so gut los: Niesel und trüb bei 13° C. Nicht so schlimm, weil wir eh geplant haben, in zwei Schichten ohne Hunde nach Coutances zu fahren. Wenigstens ist der Niesel vorbei, und der Nebel sorgt dafür, daß ein paar Fotos von der Kathedrale zumindest ganz interessant werden ;-)
Da unser Auftrag auch das Einkaufen ist, bleiben wir nicht lange. Wir steuern also einen riesigen Intermarché an, in dem wir uns mal wieder den Wolf nach jedem einzelnen Teil suchen ;-)

Kathedrale "Notre-Dame" in Coutances

Nach einem faulen Nachmittag fahren Carsten und ich zum nahen "Maison des Marais". Aber das ist geschlossen (wenn ich recht verstehe, gäbe es da wohl eine historische Bäckerei zu besichtigen). Wir gehen dort eine knappe Stunde einen sehr schönen, gezeichneten Rundweg. Die Wege sind gut, kein Auto, kein Mensch und man hat einen weiten Blick, was ich bei diesem trüben Wetter besonders angenehm finde. Und: Bob's Aufregung hält sich hier einigermaßen in Grenzen - etwas weniger Belastung für meine geplagten und verspannten Schultern...

In der Nacht zum Samstag hat es wieder geregnet. Der Himmel ist wie gehabt grau. Um halb elf brechen wir zum Lindbergh Strand auf. Wenigstens nieselt es nicht mehr. Außer uns ist wieder niemand dort, so daß alle Nasen prima rumtollen und rennen können.
Nachdem sich die Hunde ordentlich ausgetobt haben, fahren wir zum Mont de Doville. Gezeichnete Wege führen hier durch Ginster und Heide, es gibt einen Aussichtspunkt mit Orientierungstafel, eine kleine Kirche und einen alten Turm. Auch hier wieder keine Seele weit und breit. Allerdings war es auch schwer zu finden: wir kamen aus der falschen Richtung - und die Beschilderung war (wie gern mal in Frankreich) nur aus der anderen Richtung zu sehen ;-))) Eigentlich ist es total schön hier oben, leider eben ziemlich bedeckt, so daß sich die Aussicht in Grenzen hält.

Als letztes Ziel haben wir uns auf der Wanderkarte von Périers einen Weg bei einem großen Torfmoor ausgeguckt. Der Rundweg ist uns mit 6 km dann doch zu lang und soo beeindruckend ist nicht hier. Leider kreuzen auch gleich zu Beginn zwei Hasen unseren Weg, und Bob und Marek sind fürderhin out of order...Wir laufen also nur einen Kilometer auf und ab und fahren dann nach hause.
Nach diesem fünfstündigen Ausflug reißt es noch komplett auf, und wir können das erste mal seit der Ankunft in der Sonne auf der Terasse sitzen :-) Die Nasen haben soweit auch keine Fragen mehr und suchen sich wahlweise in der Sonne oder im Schatten ein Plätzchen zum Ruhen.

Sonntag - es scheint sogar mal trocken geblieben zu sein heute nacht. Trotzdem ist es noch kühl, als wir um elf aufbrechen. Carsten und ich wollen zum Cap de la Hague (da waren bislang noch nie ;-)), die anderen Richtung Bayeux und Omaha Beach.

Damit die Mäuse erst mal ordentlich laufen können, machen wir zunächst einen Stop bei Vauville, ca. 15 km südöstlich vom Kap. Vauville ist ein schnuckeliger kleiner Ort mit engen gewundenen Sträßchen - aber wir fahren nur durch und gehen an den Strand. Lupinchen tut sich anfangs etwas schwer, über den Geröllbereich zu laufen, die Steine sind etwa handtellergroß. Zum Meer hin geht es in Kies über, und dann folgt ein breiter Sandstreifen, da das Wasser noch am abfließen ist. Jetzt haben wir direkt auch mal blauen Himmel :-)
Wir laufen eine ganze Weile am Strand und klettern dann zu einem oberhalb gelegenen Bunker hoch. Hier treffen wir auch auf den Fernwanderweg, der wohl um das gesamte Kap führt - bestimmt toll zu gehen! (Wahrscheinlich aber nix für mich, bestimmt muss man da hie und da schwindelfrei sein *g*)

Als wir weiter fahren leuchtet die Tankanzeige auf. Leider kommt bis zum Kap keine Tanke mehr. Nun ja, muss reichen.
Die Straße zum Kap liegt bis zu ca. 170 m über NN, und etwa ab der Wiederaufbereitungsanlage kann man links und rechts das Meer sehen - es ist irgendwie ein komisches Gefühl, als ob man runterfallen könnte, wenn man dem Rand zu nahe kommt ;-)
Heute am Sonntag sind natürlich einige Touristen unterwegs. Wir suchen uns erst mal ein ruhiges Plätzchen, wo wir picknicken können. Danach laufen wir ein bißchen rum, um den Leuchtturm und die Landschaft zu fotografieren. Ist allerdings etwas anstrengend, gleichzeitig immer die Nasen im Auge zu behalten - v.a. Bob, daß ihm nicht plötzlich Touristen zu nahe kommen.

Die Mäuse und wir sind denn auch etwas k.o. Also beschließen wir, keinen weiteren Stop einzulegen, sondern direkt nach hause zu fahren. Es zieht sich wie Kaugummi, bis nach mindestens 30 km endlich die Tankstelle auftaucht, die wir auf dem Hinweg sahen - so langsam hat mich das schon nervös gemacht ;-))
Zuhause ist auch noch Gartenwetter, die Mäuse kriegen Rinderohren und wir Kaffee zum Entspannen auf der Terrasse ;-)

Montag morgen denken wir sogar über Frühstück auf der Terasse nach, der Himmel ist blau. Aber noch während des Denkens ziehen wieder Wolken auf... ;-)
Wir wollen noch mal das Wasser sehen und fahren nach Agon-Coutainville. Am Strand ist der starke Wind nicht nur für Mila nix - also laufen wir den schönen und geschützen Dünenweg entlang zum Pointe de Agon. Von hier aus kann man auf Regnéville-sur-Mer sehen, wo wir vor ein paar Tagen waren. Leider ist es wieder diesig.
Wir shoppen noch ein bisschen wichtiges und unwichtiges und fahren wieder heim, um schon mal zu packen - oder auch noch im Garten zu lesen ;-)
Abends wird es wieder mal klarer und sonniger. Nach dem Essen drehen wir also eine letzte ganz schöne Runde in der Umgebung des Hauses.

Der Dienstag fängt erst sonnig an, man könnte sich fast ärgern, weil wir wegmüssen. Aber es zieht sich doch wieder zu ;-) Um 9:00 Uhr kommen wir los - und brauchen wieder knapp 12 Stunden bis nach hause. Gegen die Kälte (knapp 7° C) und den Regen, der uns emfpängt, hatten wir ja einen Prachtsommer in der Normandie... ;-)))

 

 

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